Pele Caster / K¥RA

Pele Caster / K¥RA
Samstag | 9. November 2019 | 19:30 Uhr


In der Reihe DEUTSCHLAND IM HERBST 2019 gastiert Pele Caster aus Dortmund im sozialpalast, mit Heilsbotschaften aus Politik, Religion und Kapitalismus.

Nach dem Konzert holt uns K¥RA aus Münster mit erlesenen, tanzbaren Protestsongs auf die Tanzfläche im Hadiqa.

In der heutigen Zeit, rund um den historischen 09. November wird u.a. mit deutschen Waffen und mit Legitimation der NATO ein Angriffskrieg der Türkei in Nordsyrien geführt. Ziel und leidtragende sind die Kurden, die es bis dahin geschafft haben, in diesem Teil Syriens Frieden und Freiheit zu verteidigen.

In Deutschland wird am 09.10.2019, dem jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur, in Halle (Saale) die Synagoge Angriffsziel eines deutschen Rechtsextremisten. Nur weil der Täter die Tür nicht öffnen konnte, blieben die 50 Personen in der Synangoge unverletzt. Der Rechtsextremist erschoss daraufhin auf offener Straße eine Frau und einen Gast in einem Döner-Imbiss. Der Täter sieht vor allem Juden als Teil einer weltweiten Verschwörung, welche die „White Supremacy“ mit dem Versuch des „Bevölkerungsautausches“ bedroht.

Weit verbreiteter Judenhass aber auch Islamophobie werden in Deutschland nach NSU, Burak Bektaş, und vielen, vielen eher namenlosen Anschlägen wiedereinmal brutal sichtbar; aber auch Antiemanzipatorik, Antifeminismus, Misogyne und Homophobie. Und dennoch sehen weite Teile der öffentliche Wahrnehmung, aber auch der Politik und der verantwortlichen Behörden den Rechtsextremismus nicht als Problem, sondern folgen vielmehr einer reaktionären „AfD-Logik“, wonach etwa Emanzipation, Queerkultur und Einwanderung eine verängstigte und besorgte weisse Bevölkerung verunsichern und bedrohen.

Dass zur selben Zeit dieselbe Politik und Gesellschaft Gewalt durch Ausgrenzung stetig verantwortet, dass viele Betroffene von Abschiebehaft und Abschiebepraxis eine gewaltvolle Behandlung erfahren, die regelmässig und systematisch immer wieder Todesfälle erzeugt, dass Ausgrenzung die Menschen permanent in Gewalt und auf der Flucht hält und schliesslich auch zu solch geopolitischen Verschiebungen wie nun in Nordsyrien führt, wird in der breiten, weissen Mehrheitsgesellschaft kaum thematisiert.

Der 09.November mahnt uns nach 1918, 1923, 1938 und auch nach 1989 ff., mit der Übernahme der DDR durch die BRD auf rechte und rechtsextreme Taten und Kräfte hinzuweisen.

Barrierefrei: Bitte vor Ort anfragen!
Wheelchair-Access: Please ask on site!

Wir sind antirassistisch!
Wir sind feministisch!
Wir sind transkulturell!
Wir sind antinational!
Wir sind antisexistisch!
Wir sind antihomophob!
Wir wollen und wir werden uns sensibilisieren und miteinander tanzen.
Seid nice, rücksichtsvoll und lieb zu einander. Achtet auf euch und auf die andern. Baut keine scheiße!

Gruß geht an Greta, weil there is no planet b!
und an all die Freedomfighters die für eine grenzenlose Welt kämpfen!

No bombs!
No war!
No racism!
No sexism!
No angry men!

Be nice and friendly!
Keep the garden clean and tidy!
Be queer!
Stay happy!
Stay tuned!
Feel accepted!
Solidarity & Respect!
Refugees welcome!

About:
Das eigenwillige, hollistische Gesamtkunstwerk, getarnt als Kunstprojekt, des sozialpalast – Kollektivs ist nicht einfach zu beschreiben, weil vielschichtig, multikommunikativ, intensiv, fröhlich, nachhaltig.

Die mit Objekten aus 12 Jahren sozialpalast gefüllte und mit Lampions von chance e.V. geschmückte unaufdringliche Bescheidenheit des liebevoll bepflanzten Gartens, unterstützt mit Erde der AWM – Münster, besucht vom Oberbürgermeister und vielen Prominenten, genauso wie von gestrandeten Partygästen der den sozialpalast umgebenden Clubs, ist ein kurioses, subtil nachhaltiges, absolut notwendiges Environment urbaner Kultur in einer Stadt die alle zehn Jahre eine internationale Skulpturen Ausstellung in bzw. auf ihrer Fläche durchführt.

Die „Soziale Plastik“ eines Joseph Beuys wird hier kongenial von DJs, Musiker/inn/en, Artist/inn/en Kultur- und Kunstschaffenden jeglichen Genres erlebt und erlebbar gemacht. Die vermeintliche Kleingartenattitüde ist hier klares Konzept im Kontext künstlerischer Freiheit. Der Besucher wird/ist Teil des Werks und gleichzeitig Samen dieses Gartens… Einige Tanz und Jonglage Performances innerhalb der „umfangreichen Öffnungen“ haben höchste Qualität und tragen zum Transport des „Open Mind“ dieses sich in sich ständig entwickelnden Gesamtkunstwerks bei.
Absolut empfehlenswert! (Argh One, Münster, 2018)



Was heute noch los ist...