Kritik der BDS-Kampagne

Kritik der BDS-Kampagne
Donnerstag | 5. Dezember 2019 | 22:40 Uhr


Im Rahmen der Langen Nacht der Bildung der Fachschaften Politik und Soziologie der Universität Münster werden wir einen Vortrag zur Kritik der BDS-Kampagne anbieten:

Heutzutage äußert sich Antisemitismus oft in seiner israelbezogenen Ausdrucksweise, welche nur vordergründig die antisemitische Gesinnung zu verschleiern vermag. Auch bei dieser Form des Antisemitismus ist der Boykott eine beliebter werdende Praxis. 1935 richtete sich der Boykott noch gegen jüdische Geschäfte, heute richtet er sich gegen den jüdischen Staat. Prominentester Akteur ist hierbei die „Boycott, Divestment and Sanctions“-Kampagne, welche formal 2005 von rund 170 palästinensischen Organisationen mit einem Aufruf zum Boykott Israels an die Öffentlichkeit ging.
Mittlerweile stellt diese Kampagne wohl den weltweit bekanntesten, bestvernetzten und aktivsten antiisraelischen Zusammenschluss dar und wird unter anderem von Judith Butler und Roger Waters unterstützt. Sie schreckt vor keiner Dämonisierung Israels zurück, seien es Gleichsetzungen mit der südafrikanischen Apartheid oder dem Nationalsozialismus. Dabei werden auch Shoah-Überlende niedergebrüllt. Eine gängige Parole hierfür ist „From the river to the sea – Palestine will be free”, die nicht weniger beinhaltet als die Forderung nach einer Vernichtung des jüdischen Staates. Sowohl bei der Gründung als auch beim aktuellen Aktivismus weist die Kampagne organisatorische, ideologische und auch personelle Überschneidungen zu Terrororganisationen wie Hamas und PFLP (Popular Front for the Liberation of Palestine) auf. Die BDS-Kampagne kennt keine ideologischen Grenzen und ist Anschlussfähig für rechte, linke, islamistische, christliche und friedensbewegte Ideologien.
In dem Vortrag werden wir anhand der Arbeitsdefinition Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance den antisemitischen Charakter der Kampagne herausstellen, über das historische und gegenwärtige Wirken der Kampagne aufklären und Möglichkeiten des Umgangs aufzeigen.

Der Vortrag wird um 22:40 Uhr im SCH 100.124 im Institut für Politikwissenschaften in der Scharnhorststraße 100 stattfinden.



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