Die Zukunft des Erinnerns / The Future of Remembering

Die Zukunft des Erinnerns / The Future of Remembering
Dienstag | 12. März 2019 | 12:00 Uhr


Die Zukunft des Erinnerns / The Future of Remembering
mit Katarina Agathos, Michaela Mélian, Malte Thießen
Audio- und Videoinstallation
+ Talk mit den Lesebürger*innen am 13. März um 19:00

Es wird nicht leichter, über den Nationalsozialismus zu sprechen, je länger er vorbei ist. Und gerade jetzt, wo ein Teil der Gesellschaft sich wieder zu antidemokratischen Prinzipien hingezogen fühlt, ist die Kunst gefragt. Auch die Kunst des Erinnerns.

Doch wie erinnern wir das scheinbar fern liegende Grauen des 20. Jahrhunderts: den Faschismus in ganz Europa, die Shoa, Zerstörung und Flucht – und an welchen Orten? Welche künstlerischen Mittel sind legitim und welche nicht?

Beim Sprechen und Schreiben über die unvorstellbaren Geschehnisse der Nazi-Diktatur und der Lager ist sie immer wieder Thema: die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Sie beschäftigt nicht nur die Schriftsteller* innen, die sich auf angemessene Weise den Erfahrungen Einzelner nähern wollen. Sie beschäftigt auch die Geschichtswissenschaft.

Für sechs Tage öffnet das CfL das Rüschhaus. An diesem Ort, an dem die Droste schrieb, sie wolle erst in 100 Jahren gelesen werden (nicht in ihrer eigenen, beengten Gegenwart), wollen wir über die Zukunft des Erinnerns nachdenken und diskutieren. Für sechs Tage laufen daher Audio- und Videoinstallationen, geben Zeit und Raum, um sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Zum einen ist das »Die Quellen« sprechen, ein umfangreiches Archiv an Quellen aus der Zeit des Nationalsozialismus, die durch den Bayerischen Rundfunk vertont wurden; Zeitungsberichte, Hilferufe, Verordnungen, Befehle, Tagebuchaufzeichnungen und Privatbriefe. Sie sind in der obersten Etage des Rüschhaus zu hören, zusätzlich: Interviews von Überlebenden der Shoa und Beiträge von Historiker*innen zur Frage, wie ein solches Projekt umgesetzt werden kann.

Im Raum nebenan läuft Föhrenwald, ein Hörstück mit Bildspur der Künstlerin Michaela Mélian. Anhand eines konkreten Ortes, der zuerst Zwangsarbeiterlager, später Auffanglager für Displaced Persons war, inszeniert Mélian mit Feingefühl Erwachsenen- und Kinderstimmen, lässt sie Berichte von Zeug*innen und Aktentexte nachsprechen, spürt den Widersprüchen dieses Ortes nach.

Am 13. März lädt das Center for Literature Michaela Mélian und zwei weitere Expert*innen ein, um über die Frage der Zukunft des Erinnerns zu sprechen. Die beiden anderen sind: Katarina Agathos, Chefdramaturgin des Bayerischen Rundfunk Hörspiel/Dokumentation/ Medienkunst – die derzeit einen weiteren Teil des Projekts Die Quellen sprechen zur Veröffentlichung vorbereitet; sowie Prof. Dr. Malte Thießen, Leiter des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte; er wird über das umfassende Projekt NS – Topographie berichten, das über GPS Informationen zu einer Vielzahl von Gedenkstätten und weiterer Erinnerungsorte zusammenführen und online abrufbar machen wird. Als Grundlage der Diskussion läuft anfangs Föhrenwald, anschließend sprechen Agathos, Mélian und Thießen mit den Lesebürger*innen! des CfL und mit Ihnen, dem Publikum.

Fokus Blinde Flecken / Blind Spots
Fokus Poetik des Publikums / Poetics of the public

Sprache: Deutsch
Die Veranstaltung ist leider nicht barrierefrei.

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// English version

With antidemocratic positions rising, the importance of art is evident. Including the art of remembrance. But how and where do we remember the inconceivable horrors of the 20th century, that already seems so far away? Not only authors concern themselves with the lines between truth and fiction and the adequate way of talking and writing about the nazi dictatorship and concentration camps. So do historians and other institutions that focus on commemoration. Let us discuss the future of remembrance with artist Michaela Mélian, dramaturg and editor Katarina Agathos and historian Malte Thießen. Give us a piece of your mind on how to keep the memory in our minds.

Language: German

Focus Blind Spots
Focus Poetics of the public

The event is not suitable for people with disabilities unfortunately.

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Die Quellen sprechen
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945
Produktion: Bayerischer Rundfunk zusammen mit dem Institut für Zeitgeschichte München, Berlin

Föhrenwald
Komposition: Michaela Melián / Carl Oesterhelt
Realisation: Michaela Melián
BR Hörspiel / Dokumentation / Medienkunst und
kunstraum muenchen 2005

Eine Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk Hörspiel / Dokumentation / Medienkunst – und mit dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte.