Der Ordner / GesternIchHeute

Der Ordner / GesternIchHeute
Sonntag | 16. Juni 2019 | 18:00 Uhr


Der Ordner – Gegen das Vergessen

Walter Pohl hatte Familie.
Walter Pohl war Opa.
Walter Pohl war ein Liebhaber von Wilhelm Busch.
Walter Pohl hat für seine Enkel mit den Ohren gewackelt.
Walter Pohl war SS-Obersturmführer.
Walter Pohl war Kommandoführer des Einsatzkommando 6 in Schachty.
Walter Pohl wurde wegen Beihilfe zum Mord angeklagt.
Walter Pohl wurde freigesprochen.
Stephanie Borgert bekommt von ihrer Großmutter einen Ordner mit Prozessunterlagen
ihres Großvaters in die Hand mit den Worten: „Mach damit nach meinem Tod, was Du
willst“.
Bei MenschMünsterMensch hier im kleinen Bühnenboden erzählte sie erstmals ihre Geschichte,
auch bei TEDx im großen Haus des Theater Münster und nun ist im Rahmen von 24 Stunden Münster mit und auf Grundlage des Originaldokuments ein Stück entstanden.
Stephanie trifft auf den sehr lebendigen „Geist“ ihres Großvaters und stellt ihm die Fragen, die uns allen unter den Nägeln brennen.
Auch als Kriegsenkel stellen wir uns der nicht ganz leichten Aufgabe nicht zu vergessen und unsere vermeintlich private Geschichte zur Allgemeinen zu machen. Wir alle sind Teil dieser Geschichte, ob wir wollen oder nicht. Und es ist alles andere als ein „Vogelschiss“ und nichts ist nur schwarz

Regie und Textfassung: Carola v. Seckendorff
Spiel: Hannes Demming, Cornelia Kupferschmid, Stephanie Borgert

Gesternichheute
Was hat die Vergangenheit mit uns zu tun? Was passierte zur gleichen Stunde vor 60, 80, 100 Jahren in Münster?
Ich bin ich. Aber bin ich verknüpft mit Ereignissen der letzten Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte?
Und was kann diese Vergangenheit uns im Heute oder Morgen aufzeigen? Wie stehe ich dazu – oder bin ich mit meiner Haltung sogar Teil des Problems? Helfen meine Erklärungsversuche, oder schaffen Sie erst die Realität, die ich zu klären ersuchen?
Inspiriert durch die Münsteraner Geschichte wollen wir eine Stunde um 6 Monate, 60 Jahre und 360 Jahre zurückdrehen und stöbern auf der Suche nach Parallelen im Alltag, in Mord- und Hexenprozessen, durch Übernatürliches, Beängstigendes und Verstörendes aus Münster.
Eine Reise durch die Zeit – vielleicht bis zu uns selbst.

Regie und Textfassung: Jan Holtappels/Christian Bo Salle
Spiel: Christian Bo Salle

entstanden im Rahmen von „24 Stunden Münster“



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