Migrantenkinder und Wir. Eine rassismuskritische Diskursanalyse

Migrantenkinder und Wir. Eine rassismuskritische Diskursanalyse
Montag | 4. Dezember 2017 | 18:30 Uhr


Seit Ende der 1990er Jahre hat sich ein (auch) erziehungswissenschaftlicher Diskurs darüber entwickelt, dass das Lernen über den Nationalsozialismus „anders“ konzipiert werden müsse, um „die Migrantenkinder“ zu „erreichen“, ihnen „die Rolle des Holocaust“ zu vermitteln und sie zu „integrieren“. Dabei kommen eine Reihe von quasi selbstverständlichen Annahmen und Setzungen zum Tragen: Die Migrantenkinder seien irgendwo im Off, es gebe eine ‚deutsche Weise‘ des Lernens über den NS, Migranten- und Deutschenkinder seien offensichtlich unterscheidbar usw. Ausgehend von den gegenteiligen Erfahrungen bei der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern entstand das Interesse, den Diskurs näher zu untersuchen und ihn besser zu verstehen. Es zeigt sich, dass im Sprechen über Migranten ein deutsches Selbstverständnis verhandelt wird, die Identität als Aufarbeitungsgemeinschaft, die aus den NS-Verbrechen gelernt habe. Hierzu soll in der Veranstaltung nach einem Input gemeinsam diskutiert werden.
.
Rosa Fava ist Pädagogin und promovierte über „Die Neuausrichtung der Erziehung nach Auschwitz in der Einwanderungsgesellschaft. Eine rassismuskritische Diskursanalyse“